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Worber Post-Artikel: Nachfolge chinoworb

Der Ortsverein wird zum Kinobetreiber

An der ausserordentlichen Hauptversammlung vom 30. Oktober haben die Mitglieder des Ortsvereins Gemeinde Worb (OGW) der Übernahme des chinoworb zugestimmt. Die Nachfolge von Martin Christen und Rolf Nöthiger ist damit sichergestellt. Die Übergabe erfolgt per 1. Januar 2019.

Nachdem die beiden Kinobetreiber Martin Christen und Rolf Nöthiger Anfang Jahr bekannt gaben, dass sie altershalber eine Nachfolgelösung für den Worber Kino suchen, begann man sich im Vorstand des OGW erste Gedanken zu machen. Der Verein, der im Jahr 2010 aus der Fusion des Verkehrsverein Worb (VVW) mit der Interessengemeinschaft Worber Vereine (IWV) entstanden ist und rund 120 Mitglieder zählt, hat sich in den letzten Jahren vor allem um die Ruhebänke in der Gemeinde Worb gekümmert. Bereits im April fanden erste Gespräche mit den Verantwortlichen statt und es zeigte sich, dass der OGW die Kino-Finanzierung nicht selbst stemmen kann. Trotz dem grosszügigen Entgegenkommen der Kino-Betreiber verfügt der OGW nicht über genügend finanzielle Mittel. In der Folge wurde beim Frauenverein sowie der Gemeinde Worb um Unterstützung angefragt. Der Gemeinderat hat einen Beitrag von 25'000 Franken gesprochen und der Frauenverein beteiligt sich ebenfalls mit 20'000 Franken, wie an einer ausserordentlichen Hauptversammlung entschieden worden ist. Nun erfolgte an der ausserordentlichen Hauptversammlung des OGW auch noch die formelle Zustimmung der Vereinsmitglieder. Obwohl der Entscheid einstimmig ausgefallen ist, gab es zuvor Stimmen, die auf das grosse Risiko und die vielen Herausforderungen bei der Organisation hinwiesen. Boris Kaiser, der die Übergabe des chinoworb für den OGW koordiniert, sagt dazu: «Es ist unbestritten ein mutiger Schritt. Aber der Verein will aktiver werden und wieder mehr zum Dorfleben beitragen. Im Worber Kino steckt viel Herzblut und für uns ist klar, dass es weitergehen muss. Das war auch der Tenor an der ausserordentlichen Hauptversammlung». Mit der finanziellen Unterstützung von Gemeinde und Frauenverein und dank dem grossen Entgegenkommen von Christen und Nöthiger kann der OGW praktisch schuldenfrei mit dem Kino starten. Eine «schwarze Null» reicht folglich in Zukunft aus, um den Betrieb zu erhalten, was gemäss Kaiser eine realistische Vorgabe ist. Über die genaue Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Grosse Erleichterung

Bei Martin Christen ist die Erleichterung gross: „Für Rolf Nöthiger und mich ist das Hauptziel erreicht, das chinoworb lebt weiter“. Er bestätigt zudem, dass man dem Ortsverein sehr weit entgegengekommen sei. Er und Nöthiger wollten bei dem Verkauf nichts verdienen, aber die bestehenden finanzielle Verbindlichkeiten wie Darlehen müssten abgedeckt sein. Der Zeitpunkt der Übergabe wäre eigentlich für den 1. November bestimmt gewesen. Nun hat man sich auf den 1. Januar 2019 geeinigt, damit dem OGW genügend Zeit bleibt, sich zu organisieren. Die Vertragsunterzeichnung soll in den nächsten Tagen stattfinden. In einem ersten Schritt wurden nun die freiwilligen Helferinnen und Helfer sowie die 250 Mitglieder des Filmclubs informiert. Der OGW kann bei der Zukunftsplanung auf das motivierte Helfer-Team zählen und würde sich freuen, wenn sich diesem auch noch weitere Personen anschliessen. Bei der Übergabe werde man versuchen, so viel Wissen wie möglich zu transferieren, erklärt Boris Kaiser. Man werde anfangs sicher zurückhaltend sein mit Veränderungen. Ziel sei es, das Kino mit Anlässen und gezielten Aktionen zu beleben. «Meinrad Ender, Präsident des Filmclubs, ebenfalls eine treibende Kraft in dieser Übernahme, hat ein erstes Konzept erarbeitet. Die Inhalte daraus müssen wir aber nun noch in konkrete Massnahmen ausarbeiten und umsetzen,» gibt Kaiser zu Protokoll. Grundsätzlich werde man aber sicher weiterfahren wie bisher und auch an der Programmierung durch Katja Morand werde sich nichts ändern.

Mit der Übernahme des Worber Kinos hat der Ortsverein eine neue Aufgabe, deren Herausforderung um einiges grösser ist, als Bänkli aufzustellen und zu pflegen. Der Verein will damit eine aktive Rolle in der Gestaltung des Worber Kultur- und Dorflebens einnehmen. Die Worber Bevölkerung darf sich freuen, dass das Kino, das in diesem Sommer mit dem Worber Kulturpreis ausgezeichnet worden ist, erhalten bleibt. Das langfristige Überleben kann aber nur sichergestellt werden, wenn die Kultstätte auch genutzt und besucht wird. CK


Bild vom Chinoworb
Ab 1. Januar 2019 in neuem Besitz: Der Ortsverein Gemeinde Worb übernimmt das chinoworb. Bild CK

Datum der Neuigkeit 7. Nov. 2018