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Spezialunterricht

Spezialunterricht ist ein Angebot der Schule zur Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf. Die Schule bietet Spezialunterricht mit den folgenden Schwerpunkten an: Logopädie, Psychomotorik und integrative Förderung. Der Spezialunterricht ist für Eltern kostenlos und in der Bildungsgesetzgebung geregelt.
Wenn die Lehrkraft in ihrer Fragestellung und ihrer Beurteilung als mögliche Massnahme eine besondere Förderung oder Unterstützung im Spezialunterricht in Betracht zieht, gilt das Stufenmodell.

Stufe I: Differenzierung
Das Volksschulgesetz und der Lehrplan gehen davon aus, dass für die Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten in erster Linie die Regelklassenlehrkraft oder die Kindergärtnerin/der Kindergärtner verantwortlich ist und diese Kinder durch innere Differenzierung bezüglich Leistungsanforderungen, Methodik und Beurteilung unterrichtet werden.

Stufe II: Unterstützung durch die Eltern
Viele Eltern sind bereit, die Bemühungen der Schule im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Sie sind aber auf genaue Instruktion, was, wieviel sie, wie und wie lange mit ihren Kindern arbeiten sollen, angewiesen. Diese Zusammenarbeit stärkt die Eltern in ihren elterlichen Funktionen, zeigt ihnen aber auch, dass die schulische Entwicklung ihres Kindes nicht allein Sache der Schule ist.

Stufe III: Beratung/Beurteilung
Beizug einer Lehrkraft aus dem Team der Lehrkräfte für Spezialunterricht zur Beurteilung und zur Beratung: Stufe III ist die wichtigste Stufe im Stufenmodell, hier findet eine Triage über die weiteren Schritte statt. Mögliche Wege sind z.B.:

  • Eine direkte Anmeldung bei der EB / dem KJPD mit entsprechender Fragestellung oder Weiterweisung an eine andere kompetente Stelle wie Schularzt.
  • Zeitlich befristete Kurzintervention ohne Auftrag durch die Schulleitung (max. 12 Wochen) durch eine Lehrkraft für Spezialunterricht zur sorgfältigeren Beurteilung der Situation und Beratung der Lehrkraft.
  • Andere Massnahmen.

Stufe IV
Zeigt sich, dass eine Förderung im Spezialunterricht nötig ist, es sich aber um eine leichte Lern- oder Entwicklungsauffälligkeit handelt, meldet die Lehrkraft das Kind der zuständigen Schulleitung im Einverständnis mit den Eltern für SPU-A (Spezialunterricht/Auffälligkeit) an.
Handelt es sich um eine schwere Störung oder eine komplexe Situation, bei der eine Beurteilung durch die Erziehungsberatung sinnvoll ist, meldet die Lehrperson das Kind im Einverständnis mit den Eltern bei der Erziehungsberatung an. Die Erziehungsberatung lädt die Eltern und das Kind zu einer ergänzenden pädagogisch-psychologischen Beurteilung ein und nimmt Kontakt mit den Lehrpersonen auf.
Die Erziehungsberatung stellt der Schulleitung Antrag für SPU-S (Spezialunterricht/Komplexe Schwierigkeit) für das Kind und schlägt eine zeitliche Befristung vor. Die Schulleitung verfügt den Spezialunterricht und die einzelnen Unterrichtsaufträge werden den Lehrkräften für Spezialunterricht zugeteilt.

Logopädie
Die Logopädie ist zuständig für die Prophylaxe, Beratung, Abklärung und Therapie von Störungen der gesprochenen und geschriebenen Sprache und der Stimme sowie des Muskelgleichgewichts im Mundbereich. Die Arbeit umfasst folgende Gebiete:
Kommunikation / Aussprache / Sprachverständnis / Satzbau, Grammatik / Wortschatz, Wortfindung / Redefluss (Stottern, Poltern) / Sprachakzente, Sprachmelodie / Stimme, Atmung / Schriftspracherwerb / Wahrnehmung (spüren, schmecken, hören, sehen) / Raumorientierung / Grob-, Fein- und Sprechmotorik.
Abklärung, Beratung und Therapie orientieren sich am 4-Stufen-Modell. Sie erfolgen in Zusammenarbeit mit den Eltern, den Lehrpersonen und ev. weiteren Fachkräften.

Psychomotorik
Die Psychomotorik-Therapie umfasst Prävention, Abklärung und Therapie für Kinder mit Auffälligkeiten im Bewegungsbereich, bei grob-, fein- oder grafomotorischen Schwierigkeiten. Auch im Wahrnehmungsbereich oder bei Verhaltensauffälligkeiten kann die Psychomotorik-Therapie Unterstützung bieten.
Mit einem spielerischen, auf Bewegung und Interaktion ausgerichteten Angebot wird das Kind mit der Psychomotorik-Therapie in seiner gesamten Entwicklung gefördert und gestärkt. Die Therapie erfolgt in der Regel in Zweiergruppen.

Integrative Förderung (IF)
Die Lehrperson für integrative Förderung unterstützt und berät Lehrpersonen, Schülerinnen, Schüler und Eltern bei Lern- und Verhaltensschwierigkeiten. Sie arbeitet in der Klasse mit und beobachtet das Unterrichtsgeschehen. Bei Bedarf fördert und betreut die Lehrperson für IF eine Gruppe oder einzelne Kinder auch ausserhalb des Klassenzimmers. Der Verlauf der Förderung wird regelmässig besprochen. Wenn die Lehrperson für IF über längere Zeit mit einem Kind arbeitet, werden die Eltern über Grund und Ziele informiert.

Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
Sprache ist das wichtigste Medium des Lehrens und Lernens. Der Unterricht in Deutsch als Zweitsprache richtet sich an Kinder ohne oder mit noch unzureichenden Kenntnissen der Unterrichtssprache. Der DaZ- Unterricht vermittelt den gezielten Erwerb von Deutsch als Zweitsprache und fördert die Integration in die Klassen. Die Kinder werden beim Aufbau der notwendigen Kenntnisse der Unterrichtssprache unterstützt, so dass sie dem Regelunterricht folgen und erfolgreich lernen können.

Weiteres Angebot im Umfeld Schule: Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit ist eine Partnerin der Schule. Sie unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrpersonen und Schulleitungen. Sie hilft bei der Bewältigung verschiedenster Probleme, die sich im Schulalltag bemerkbar machen. Zudem leistet sie aktive Präventionsarbeit in den Schulklassen. Die Schulsozialarbeit setzt sich zum Ziel, Kinder und Jugendliche im Prozess des Erwachsenwerdens zu begleiten.

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Gedruckt am 22.07.2019 07:05:12