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Die Geschichte von Rüfenacht


Dorf und Höfe am Dentenberg und die Patrizierherrschaft im Wandel der Zeit
Anne-Marie Dubler

Rüfenacht ist wie das nahe Vielbringen eine Ortschaft in der politischen Gemeinde Worb im Amtsbezirk Konolfingen und Verwaltungskreis Bern-Mittelland. Der Ort liegt auf knapp 600 m am Südhang des Dentenbergs an einer prähistorischen Durchgangsroute zwischen Worblen- und Aaretal. Er bestand einst aus dem Ackerbauerndorf, dessen Höfe Getreidebau in Zelgen betrieben und Allmenden und Wald gemeinsam nutzten. Die am Berg liegenden Einzelhöfe hatten am Zelg-bau des Dorfs keinen Anteil. Im Mittelalter gehörten Klöster und zunehmend Bernburgerfamilien zu den Güterbesitzern, bis sich 1538 die Berner Ratsfamilie Zehender zuerst als Zehntherrin, dann als Gründerin einer Patrizierherrschaft in Rüfenacht etablierte und den dortigen Landsitz baute. Auf die Zehender folgten ab 1676 die Bernburgerfamilien Stürler, Muralt, Stuber, Wyss und Knecht. 1768 veräusserte Johann Jakob Wyss die Herrschaft und allen Grundbesitz an die Bauernfamilie Gfeller, die 1771 auch das Herrenhaus übernahm, das noch im Besitz ihrer Nachkommen ist.
Rüfenacht und Vielbringen gehörten kirchlich zu Worb, waren aber nicht Untertanen der Adelsherrschaft Worb. In Gerichts- und Herrschaftssachen unterstanden sie bis 1798 im «Stadt-gericht» der Stadt Bern. Nach der Reformation bildeten sie in der Kirchgemeinde Worb das «Viertel» Vielbringen-Rüfenacht, das zum Armensteuer- und Schulbezirk wurde. Als sich die Einwohnergemeinde Worb 1834 im Umfang der Kirchgemeinde konstituierte, kamen beide Orte zur Gemeinde Worb. Sie bildeten neben Worb, Richigen-Ried und Wattenwil-Enggistein eine Vier-telsgemeinde, die in ihrem Bezirk kommunale Aufgaben wahrnahm und im Gemeinderat vertreten war. Die Gemeindezentralisation von 1920 beendete die Zeit der Viertelsverwaltungen.
Trotz der Einbindung in die Gemeinde Worb blieb Rüfenacht Bern zugewandt, was sich mit der verbesserten Verkehrssituation – mit der «Worbstrasse» (1842), der Strassenbahn von Bern über Muri nach Worb samt «Station Rüfenacht» (1898) und mit dem Autobahnanschluss (1973) – noch verstärkte. Die Nähe zu Bern in verkehrsgünstiger Lage war für Zuzüger attraktiv. Bis zum Zweiten Weltkrieg erfolgte eine erste Ausdehnung des Siedlungsraums, was zu mehr als einer Ver-doppelung der Bevölkerung von 339 (1900) auf 686 (1950) Einwohnern führte. Ab 1957 setzte eine ohne Bauordnung rasch fortschreitende Bautätigkeit ein, die sich in den Sechzigerjahren zum Bauboom steigerte. Das wachsende Angebot an Mietwohnungen, Reihen- und Einfamilienhäusern liess die Zahl der Einwohner auf 3'795 (1990) ansteigen. Danach sank sie im Gefolge der Immo-bilienkrise auf 3'453 (2000) und 3'404 (2010), stieg aber seither wieder auf 3'531 Einwohner an (Stand Juli 2014). In dieser Zeit wandelte sich das Bauerndorf zur halbstädtischen Agglo-merationssiedlung, deren Bevölkerung vor allem auf das Arbeitsplatzangebot von Muri-Gümligen und Bern, weniger auch auf Worb fokussiert ist.

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