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Rüfenacht
Den drastischen Wechsel vom Bauerndorf Rüfenacht in den 1950er Jahren zum Berner Agglomerationsort von 2014 erläutern befragte Zeitzeugen aus dem Dorf (Fotos: Archiv Paul Gfeller und Christian Bernhart)
Zeitzeugen erzählen: vom Bauerndorf zum Agglomerationsort

Zügelloses Wachstum weckt Staunen und Resignation


Wie sich Rüfenacht in den letzten 50 Jahren vom Bauerndorf zum Agglomerationsort von Bern in rasantem Tempo entwickelte, haben insbesondere die Bauern hautnah erlebt. Erstmals erzählen sie, was sie und ihre Familie bei diesen radikalen Änderungen erfahren haben.
Aufgezeichnet von Christian Bernhart

Die mündliche Überlieferung, meist unter dem englischen Fachausdruck oral history (mündliche Geschichte) bekannt, ist eine relativ neue Methode der Geschichtsschreibung. Sie entstand 1930 in den USA und etablierte sich ab 1960 auch in Europa. Die oral history dokumentiert Äusserungen von Zeitzeugen, die ungeschminkt erzählen, wie sie Vergangenes erlebt haben. Dabei zählen nicht bloss Fakten, sondern auch die Umstände der Ereignisse. Die subjektive, persönliche Situation vom Verlaufe der Geschehnisse kommt dabei ebenfalls zur Sprache. Wir erfahren also subjektiv erlebte Geschichte. Diese Methode ermöglicht insbesondere, die Geschichte von kleinen Orten, die nicht im Gesichtsfeld der professionellen Historiker standen, zu begreifen.

Die hier präsentierte oral history über die Entwicklung von Rüfenacht vom Bauerdorf zum Agglomerationsort von Bern lässt vorerst Bauersleute und einen Architekten zu Wort kommen. Da sich Rüfenacht seit 1960 innert 55 Jahren vom Bauerndorf mit rund 900 Einwohnern und 40 Bauern als Milchlieferanten zu einem Agglomerations-Wohnort mit gut 3'500 Einwohnern und noch zwei Bauern veränderte, ist es kaum erstaunlich, dass die Bauersleute, die hier zur Sprache kommen, entweder pensioniert oder nur noch marginal in der Landwirtschaft tätig sind.

Streng genommen präsentiere ich hier keine "gesprochene" Geschichte, sondern deren transkribierte Aufzeichnungen vom Dialekt ins Hochdeutsche. Dabei war ich bemüht, den Duktus des gesprochenen Wortes beizubehalten. Die Aufzeichnungen erfolgten aufgrund von Tonaufnahmen, die ich 2014 und 2015 zuhause bei den Interview-Partnern aufgezeichnet habe. Aus Respekt und Fairness erhielten die Interviewten die Aufzeichnungen vor Publikation zur Einsicht für die Autorisierung.

Folgende Zeitzeugen haben den Wandel Rüfenachts aus ihrer Sicht beschrieben:
 
 

Lydia und Paul Stucki, Sperlisacher    Lydia und Paul Stucki, Sperlisacher
Definitiv eingezogen auf dem Nussbaum-Bauernhof ihrer Eltern im Sperlisacher sind Lydia Stucki *1946) und Mann Paul (*1947) erst 1986. Als sie 1969 heirateten, halfen sie zunächst bei Nussbaums, den Eltern von Lydia, aus und Paul ging seinem Beruf als Schmied nach.....mehr
Hanspeter Nussbaum, Längimoos    Hanspeter Nussbaum, Längimoos
Auf dem Bauernhof Längimoos ist Hanspeter Nussbaum (*1955) als jüngstes von 17 Geschwistern und Cousins aufgewachsen und hat später den Hof von seinem Vater übernommen.....mehr
Hans Vogt, im Hüenli    Hans Vogt, im Hüenli
Im Bauernhof Hüenli, wo Hans Vogt (*1966) heute lebt, ist das Elternhaus seines Vaters, der aber wegzog, weil dessen jüngster Bruder Franz den Hof übernahm.....mehr
Peter Gfeller, Türmli    Peter Gfeller, Türmli
Aus einer Postbotenfamilie im Türmli aufgewachsen, kennt Peter Gfeller (*1936) den Wandel Rüfenachts in den letzten 50 Jahren vom Zentrum aus.....mehr
Fritz Walther    Fritz Walther, Maurmoos
Im Maurmoos bewirtschaftete Fritz Walther (*1930) den stattlichen Bauernhof mit 19 Hektaren Land und 26 Kühen als das grösste landwirtschaftliche Gut in Rüfenacht.....mehr
Paul Gfeller    Paul Gfeller, Worbstrasse
Mit Jahrgang 1954 erlebte Paul Gfeller, wie sein Vater Rudolf das Angebot des damaligen Gemeindepräsidenten Hans Burger für ein Heimet im Jura abschlug.....mehr
Franz Jost    Franz Jost, Hinderhus
Franz Jost wuchs als Bauernsohn von Johann Jost im Bauernhof Hinderhus auf. Mit 16 Hektaren Land war der gepachtete Bauernhof einer der grösseren im Dorf.....mehr