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Reformierte Kirche

Kirche, zurückgehend auf das 11. Jahrhundert
Frühromanische Saalkirche. Turm von 1430. Zu Beginn des 16. Jhdts. Umbau des Schffes, Neubau von Turm, Sakristei und Chor mit Glasmalereien, Chorgestühl und Taufstein.
Grabungshinweise auf eine Kirche aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Der heutige Bau geht auf eine frühromanische Saalkirche aus dem 11. Jahrhundert zurück. (Rundbogenfenster, Fragmente eines Rundbogenportals). Älteste urkundliche Erwähnung um 1236. Kurz nach 1430 erfolgte an der südlichen Schulter des Schiffs der Anbau des heutigen Turms, der vielleicht einen älteren ablöste. Das heutige Glockengeschoss stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Der eingezogene Polygonalchor, der seitliche Turm und die Sakristei entstanden 1520/21 und damit kurz vor der Reformation. Glockengeschoss des Turmes und Spitzhelm wurden möglicherweise zeitgleich wie das 1719 datierte Südportal erbaut. Nordwestseitige Vorhalle mit Arkadenreihe ist von 1933.

Rahmende und gliedernde Elemente aus Sandstein. Masswerkfenster des Schiffs aus der Wand geschnitten, jene des Chors durch umlaufendes Sohlbankgesims gegürtet. Im Innern Malereireste aus dem 3. Viertel 15. Jahrhundert; dekoratives Chorgewölbe; hervorragende Ausstattung aus der Wende von Spätgotik zu Frührenaissance (Glasscheiben, Taufstein, Chorgestühl; Kanzel 2. Hälfte 16. Jahrhundert). Stattliche spätgotische Landkirche mit kostbarer Ausstattung. Beherrschender Bau der Dorfmitte, umgeben von baumbestandenem Kirchhof und Häuserkranz.

1. Baujahr
Eine erste Kirche aus dem 7. oder 8. Jahrhundert.

Wichtige Umbauten
erweitert und erneuert 16. Jahrhundert; Renoviert 1932-33, 1969-73, 1983-84

Geschichte
Die 17 Scheiben stammen alle aus den Jahren 1521 und 1522. Das Schiff erhielt gleichzeitig neue Fenster mit gotischen Masswerken. Die Patronatsrechte gehörten, erstmals 1465 nachgewiesen, den Bubenberg, kamen 1516 an die Diesbach, 1606 samt der Herrschaft Worb an die Graffenried und 1839 an den Staat Bern. Im Jahr 1900 erhielt die Kirche eine neue Orgel, und 1904 wurde das Dach des Turmes neu aufgerichtet.
(Vgl. Kunstführer der GSK von Samuel Rutishauser, 1985 (SKF-0377D)
Bei der Restaurierung 1983/84 fand der Archäologische Dienst des Kantons Bern 13 Grabplatten von Familienangehörigen der von Graffenrieds und von Diesbachs im Kirchenschiff aus dem 14. Jahrhundert:
NameTodesjahrLängeBreiteDickeGewicht
Johann Rudolf von Diesbach1594187cm91cm17cm725kg
Christoph von Diesbachzerstört    
Dorothea von Diesbach, geb. Manuel1607190cm90cm17cm730kg
Samuel Wunderlich1644219cm92cm8cm405kg
Maria Wunderlich1646193cm95cm25cm1'145kg
Anton Christoph von Graffenried1639186cm94cm21cm920kg
Kaspar Christoph von Graffenried1682185cm88cm19cm775kg
Christophorus von Graffenried1687185cm89cm17cm700kg
Karl Christoph von Graffenried1720158cm81cm14cm450kg
Salome von Graffenried, geb. von Bürgen1708184cm84cm21cm815kg
Anton Christoph von Graffenried1730187cm93cm22cm960kg
Christoph von Graffenried1743204cm97cm25cm1'240kg
Christoph von Graffenried1769187cm84cm17cm670kg

Zudem fanden die Archäologen bei der Freisetzung des Westportals einen Findling, welcher als Schwelle eingesetzt wurde. Ebenfalls fand man bei der Innenrestauration 1983/84 Jugendstil-Fresken in Anlehnung an gotische Vorbilder, welche um 1900 gemalt wurden.

Inschriften/Baudaten
1521, 1522, 1544, 1726, 1730, 1922, 1926 (Glasscheiben)
17 19 (Türsturz, SW-Seite)

Quellen
  • Bauinventar der Gemeinde Worb, Band 1, Objekte mit Strassennamen, herausgegeben von der Einwohnergemeinde Worb und der Denkmalpflege des Kantons Bern, 2003, Seite 64.
  • BZ, Jugenstil-Fresken kamen zum Vorschein. Die Renovationsarbeiten bei der Worber Kirche verzögern sich, Artikel vom 28. Februar 1984, Bern 1984.
  • Diverse Dossiers der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege.

Literatur
  • Peter Eggenberger u.a., Worb. Pfarrkirche, Die Ergebnisse der Bauforschungen von 1983, Archäologischer Dienst des Kantons Bern (Hrsg.), Bern 2012.
  • Susi Ulrich-Bochsler, Die Bestattungen der Patronatsherren in der Kirche Worb seit 1594, Bern 2006.
  • Heinrich Richard Schmidt (Hrsgb.), Worber Geschichte, Bern 2005.
  • Murielle Schlup, Die Wandmalereien in der Kirche Worb, Bern 2003.
  • Peter Eggenberger, Pfarrkirche in: Archäologischer Dienst des Kanton Bern (Hrsg.), Schriftenreihe der Erziehungsdirektion des Kantons Bern, 1985.
  • Samuel Rutishauser, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.), Kirche Worb BE. Schweizerische Kunstführer, Bern 1985.
  • Friedrich Engler, Geschichte der Kirche Worb. Gedenkblatt an die Renovation 1932/33, Worb 1933.
  • Hermann Kasser, Die Kirche von Worb und ihre Glasgemälde, Bern 1893.

Weiteres Bild aus der Bilddatenbank der IG Worber Geschichte
Reformierte Kirche
Enggisteinstrasse 6
3076 Worb


Reformierte Kirche (Foto Monica Cloetta 2013) Reformierte Kirche (Foto Monica Cloetta 2013)

Zugehörige Objekte

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